Waldlicht

Im September 1973 fotografierte W. den Wald. Er hatte von hier an noch ein langes Leben, auch eines, in dem er nicht mehr in den Wald gehen würde.

Sein Blick galt bis dahin trotz allem, was noch kommen sollte, dem Licht und der Frage, was er hinter den Stämmen vermuten konnte.

Auf dem Bild, das er an diesem Tag gemacht hat, wirken die Stämme wie Gitter vor dem Jenseits, das Laub wie eine umständliche Art die Stämme zu verschleiern. Er musste etwas vermuten.

Er hat mehrere Stunden hier verbracht. Er hat sich auf einen Stamm gesetzt, er ist an Wegen vorbeigegangen und er konnte, so sagt es das Bild, in einer anderen Welt verschwinden.

In einer Welt, in der die Bäume geliebt werden, das Licht.

Nicht die Kinder, nicht die Frauen und auch nicht die Vergangenheit.

Er brauchte einen Ort, wo er niemandem begegnen würde. Wo er alleingelassen aufatmen konnte.

Für diesen Zweck beschaffte er sich das Werkzeug einer schweren Ausrüstung. Die schleppte er dann mit, um sie abzustellen, wo niemand war. Dort stellte er sein Werkzeug auf, um eine Zeit lang bleiben zu können. Darum ging es ihm. Er brauchte die Entfernung, um das Bild zu arrangieren, was er sich von der Welt machen wollte.

Auch jetzt gerade sitzt jemand alleine, abseits der Wege, im Wald.

Licht ist dort, Stamm, Boden, Laub.

Vielleicht schießt er ein Reh. Das ist ruhiger.

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