Babymaxime

Eingewickelt in ein Hochzeitskleid, das die Eltern mir zur Taufe überzogen, und das seiner Länge nach wie ein Schweif an meinem Babykörper hinabhing, legt man mich auf das nächstgelegene Sofa und macht stolz mehrere Aufnahmen, in denen nur mein Kopf hervorlugt. Dazu die Stirn, ein Schleifchen (=Geschenk) und die verdutzten Augen. Kultur ist kein Korsett, sondern ein Hochzeitskleid für ein Baby. Die Bewegung innerhalb der Zeit sprengt nach und nach die Konturen dieses Kleides und was als Entfremdung, Verwirrung oder Verwandlung verstanden werden kann, hat jeweils seinen eigenen Gebrauchswert für mich. Die Erleichterung, diesen Prozess zu verstehen, wirklich nachzeichnen zu können, nicht nur das Kind in sich zu suchen, ist eine fiktive, wenn auch gefühlte. Wir können es nicht. Ich malte mich, um es zu versuchen.

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